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Digitalfunk (BOS)

Die Einführung des Digitalfunk für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ( BOS ) ist eines der derzeit größten technischen Modernisierungsvorhaben in Deutschland.

Zum ersten Mal wird ein bundesweit einheitliches Funknetz für Rettungs- und Sicherheitskräfte flächendeckend für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung stehen und die bestehenden, kleinteiligen Analogfunknetze ablösen.

Die wesentlichen Vorteile des Digitalfunk  BOS  sind:

  • ein gemeinsamen Netz für alle  BOS
  • sehr hohe und verlässliche Verfügbarkeit
  • Abhörsicherheit des Funkverkehrs
  • verbesserte Sprachqualität ohne Rauschen
  • Datenübertragung, insbesondere für Abfragen, Statusmeldungen und  SDS
  • Einzelkommunikation und Gruppenkommunikation
  • zahlreiche Zusatzdienste, wie beispielsweise Notruf oder  GPS -basierte Fahrzeug- und Personenortung

Das  BOS -Digitalfunknetz ist das weltweit größte Funknetz, das auf dem internationalen  TETRA -Standard basiert. Derzeit sind bereits über 500.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Netz registriert.

Von diesem modernen Sicherheitsnetz profitieren  u.a. :

  • Polizei des Bundes
  • Polizeien der Länder
  • Feuerwehren
  • Rettungsdienste
  • Katastrophen- und Zivilschutzbehörden
  • Bundesanstalt Technisches Hilfswerk ( THW )
  • Bundeszollverwaltung

Mittelbar nutzt die neue Technik auch den Bürgerinnen und Bürgern: Sorgt sie doch dafür, dass im Notfall die Hilfe schneller und auch verlässlicher kommt.

Das Kernnetz des Digitalfunk  BOS  mit seinen 64 Standorten – Vermittlungsstellen, Transitvermittlungsstellen, Netzverwaltungszentren – steht bereits voll funktionsfähig zur Verfügung.

Von den geplanten circa 4.500 Basisstationen an rund 4.300 Standorten sind bereits 4.274 aufgebaut und 4.036 in das Netz integriert. Dies bedeutet eine Funkabdeckung von rund 94 Prozent des deutschen Territoriums.

Tausende von Einsatzkräften nutzen den neuen Funk bereits heute aktiv und unterziehen der neuen Technik Praxistests. So steht der Digitalfunk  BOS sowohl für die täglichen Routineeinsätze wie für Großveranstaltungen – Staatsbesuche, Feierlichkeiten und Sportereignisse – zur Verfügung. Die herkömmliche analoge Funktechnik kommt dabei für eine Übergangszeit parallel zum neuen Digitalfunk  BOS  zum Einsatz.

Derzeit bauen neben Deutschland acht weitere europäische Staaten landesweite  TETRA -Netze auf: Österreich, Luxemburg, Kroatien, Norwegen, Serbien, Rumänien, Slowenien und Mazedonien. Zwei weitere Staaten planen TETRA -Netze: Griechenland und Italien. 
Vierzehn europäische Staaten – Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Ungarn, Island, Litauen, die Niederlande, Portugal, Schweden, Irland, Bulgarien und Montenegro – verfügen bereits jeweils über ein landesweites  TETRA -Netz. In Island ist das Netz allerdings nur in den Ballungsgebieten in Südisland aufgebaut.

Grund für die Systemtechnikentscheidung so vieler Länder ist, dass der TETRA -Standard speziell für die Anforderungen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben entwickelt wurde. Kein anderer Standard geht so auf die Einsatzsituation von Polizei und Feuerwehr ein: Die Gruppenkommunikation ermöglicht die Kommunikation in der Einsatzformation, die direkte Verbindung aller mit der Leitstelle. Funkteilnehmer können je nach Bedarf in Gruppen organisiert werden. Eine Alarmfunktion sorgt dafür, dass eine Einsatzkraft in Not im Netz absolute Priorität erhält.

Die Architektur des deutschen Digitalfunk   BOS   sorgt darüber hinaus für eine außerordentlich hohe Netzverfügbarkeit. Der Anruf kommt immer an – auch in Katastrophenlagen, in den andere Mobilfunknetze ihren Dienst schon längst versagen. Und die generelle Abhörsicherheit lässt Polizeifunkhorcher außen vor.

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